Zukunftstrend: Selbstentwicklung


22. November 2018

Ina Deicke

Der späte Herbst mit seinen trüben, nebligen Tagen lädt uns zu „retreat and reflect“ ein. Es geht darum, sich nach innen zurückzuziehen und zurückzuschauen, der eigenen Entwicklung in den letzten Monaten oder Jahren gewahr zu werden und dies zu würdigen. Wer von uns kann sagen, dass sie oder er dieser Art Introspektion regelmäßig Raum gibt? Jetzt wäre eine natürliche Zeit dafür.

Und gerade jetzt flattern mir aus verschiedenen Richtungen Zukunftstrends zu.

Mich interessieren am meisten die, die sich mit der Arbeits- und Lebenswelt der nächsten Jahre auseinandersetzen. Der Grundtenor lautet: Tiefgreifende Veränderungen …

  • Mit fortschreitender Digitalisierung verschwinden Berufe und es entstehen neue Berufsbilder, für die wir aktuell noch gar keine Namen haben. Die individuelle Berufsbiografie verzeichnet häufigere Wechsel.
  • Der Trend geht zu deutlich mehr freier und kurzfristiger Projektarbeit.
  • Virtual Reality wird zum festen Bestandteil des neuen Arbeitens und virtuelles Zusammenarbeiten wird überwiegen.
  • Die mental-kognitiven Anforderungen im Arbeitsalltag steigen deutlich an.
  • Durch KI wächst die Vernetzung von Mensch und Maschine.
  • Die Werte- und Sinnpassung zwischen Mitarbeitenden und Unternehmen bildet ein zentrales Thema für beide Seiten.
  • Wir werden längere Lebensarbeitszeiten haben.
  • Verbesserte Fähigkeiten in der Selbstführung gelten als entscheidende Erfolgsfaktoren.

Selbstführung

beschreibt die Kompetenz, die eigene persönliche und berufliche Entwicklung weitgehend unabhängig von äußeren Einflüssen zu gestalten. Zur Selbstführung gehören Aspekte wie sich selbst zu motivieren, sich Ziele zu setzen, zu planen, zu organisieren, die eigene Zeit gut zu verwalten, sich selbst zu entwickeln und Erfolge zu bemessen.

Der Kern von Selbstführung ist für mich die Fähigkeit, die eigene Entwicklung weitgehend selbstbestimmt zu lenken. Dabei sollten wir klarstellen, dass etwas Neues zu lernen nicht gleichbedeutend damit ist sich selbst zu entwickeln.

Selbstentwicklung

bedeutet adaptive Herausforderungen zu meistern. Das sind solche, die wir nur durch das Transformieren unseres Mindset, durch persönliche Entwicklung, bewerkstelligen. Sie münden in ein höheres Maß psychosozialer Reife oder mentaler Komplexität.

Selbstentwicklung ermöglicht es, die einer Person innewohnenden Kernfähigkeit zu entfalten, das Reflexionsvermögen und die Qualität der Aufmerksamkeit zu entwickeln, sich selbst durch Krisen führen zu können, die eigenen Werte und Motive präsent zu haben und sich damit in passenden sozialen Rollen zu bewegen, um das soziale Feld konstruktiv mitzugestalten.

Und jetzt wird deutlich, warum Selbstführung und Selbstentwicklung den Stellenwert eines wichtigen Zukunftstrends bekommen.

Auch wenn ich davon ausgehe, dass letztlich jeder Person das Potenzial innewohnt, eigene Strategien im Umgang mit adaptiven Herausforderungen zu entwickeln, beobachte ich, dass Menschen ihre Potenziale höchst unterschiedlich wahrnehmen und entfalten. Und die Ereignisse unserer Zeit spiegeln uns gerade, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, ob jemand z.B. von Angst getrieben agiert, sich abschottet und manipuliert oder sich Herausforderungen zu stellen und sein Fühlen und Denken zu öffnen vermag.

Die aktuellen Zukunftstrends beschreiben, WAS sich verändern wird. Offen bleibt WIE diese Veränderungen gelingen.

Wie schaffen wir also Umfeldbedingungen, die persönliche Entwicklung und positive Zukunftsbilder ermöglichen? Was genau bedeuten die „verbesserten Fähigkeiten in der Selbstführung“ für konkrete Menschen? Wie gestalten wir die Übergänge? Welche adaptiven Ansätze brauchen wir, um Selbstentwicklung zu fördern?

Unternehmen werden durch Weiterbildung und Trainings in verbesserte technische Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter*innen investieren. Sie werden auch nach adaptiven Ansätzen suchen, die auf das Entfalten von Leadership zielen.

Für die Selbstentwicklung bleibt jede/r selbst verantwortlich.

Angebote zur Selbstentwicklung und zur Verbesserung der Selbstführungsfähigkeiten gibt es zahlreiche. Hier haben wir die Wahl. Manche sind effektiv, andere weniger. Die wirksamen erkennen wir daran, dass sie ganzheitliches Wachsen in vier Dimensionen ermöglichen: emotional, seelisch, sozial und spirituell.

Wie Visionssuchen auf Selbstentwicklung einzahlen:

Visionssuchen unterstützen Menschen in Wachstumskrisen. Sie sind ein herausfordernder ganzheitlicher Ansatz, der die Teilnehmenden darin unterstützt tragende eigene Antworten auf zutiefst persönliche Entwicklungsfragen zu finden.

Visionssuchen stiften mehrfachen Nutzen:

  • Tieferes Selbstverstehen ermöglicht das souveräne Lenken der eigenen Entwicklung.
  • Ein aktualisiertes Selbstbild verbindet mit den eigenen Ressourcen, Stärken und Werten und schafft dadurch erweiterte Handlungsräume.
  • Ein gewachsenes Verständnis für die menschliche Natur stärkt die eigene soziale Kompetenz und fördert neue kooperative Sicht- und Verhaltensweisen.
  • Das gewonnene Wissen um die Dynamiken und Gesetzmäßigkeiten von Veränderungsprozessen und die erprobten Methoden stärken die eigene Veränderungskompetenz.

Visionssuchen geben Antworten auf die Fragen, wie wir Übergänge begleiten können, wie Veränderung gelingt, wie wir zu positiven Zukunftsbildern finden, wie wir unsere Selbstführungskompetenz spürbar verbessern, wie wir die eigene Entwicklung selbstbestimmt lenken lernen, wie wir Zukunft gestalten können.

Ich finde, dafür lohnt es sich zu gehen.