Vom Glück ein Ziel zu haben


04. Januar 2018

Ina Deicke

Was fühlen Sie und was denken Sie, wenn Sie das Wort ZIEL hören? Kommt dann eher ein freudiges YESSS oder ein unbehagliches Ähm?

Mir begegnen sowohl Zieleverfolgerinnen als auch Zieleverächter. Von denen, die ein distanzierteres Verhältnis zu Zielen haben, höre ich dann Sätze wie: „Der Weg ist doch das Ziel.“ oder: „Für meine Ziele ist mein Chef zuständig.“ In beiden Fällen: Irrtum!

Unser Verstand liebt Ziele. Dafür ist unser Gehirn konfiguriert. Es wäre eine Art Beleidigung, ihm Ziele vorzuenthalten. Und wie sollten wir sonst unsere Aufmerksamkeit lenken? Denn Ziele wirken wie Filter für unsere Wahrnehmung. Ist ein persönliches Ziel erst einmal gesetzt, schauen wir uns die Welt durch diese Brille an. Und dann entdecken wir die Möglichkeiten …

SMARTE Ziele

Viele haben irgendwann mal gehört, dass Ziele SMART sein sollten. SMART ist dabei Akronym für

S – spezifisch

M – messbar

A – aktionsorientiert

R – realistisch

T – terminiert.

Wenn das für Sie funktioniert, bleiben Sie dabei. Für einige Zielarten ist das eine gute Formel. Es hilft die Dinge konkret zu halten und zielgerichtet zu handeln.

Visionen und Zielbilder

Es gibt jedoch auch Ziele, da führt die smarte Formel zu Frust. Das sind die tiefen, persönlichen Wünsche und Träume, die unser Wesen betreffen. Sie sprechen leise zu uns. Sie haben oft noch wenig Kontur und wirken wie ein fernes, zartes Rufen.

Für mich sind das die interessanteren Bewegungen – und sie sind noch kein Ziel im engeren Sinn. Sie sind noch nicht mal ein Traum mit einem Datum. Doch sie sind mächtig.

Sie entscheiden letztlich über das Maß gelebter Vitalität, über Sinn, unsere Lebensfreude und die Art, wie wir sie ausdrücken. Sie entscheiden über die Richtung unseres Stressempfindens. Sie drücken sich körperlich in Gesundheit aus … Ihnen sollten wir uns zuwenden, denn sie meinen uns persönlich.

Doch wie kommen wir aus dem Gewaber zu einem Ziel, das uns innere Klarheit und Ausrichtung schenkt?

Dafür gibt es verschiedene Methoden. Ich persönlich präferiere Visualisierungsübungen. Eine sehr wirkungsvolle habe ich durch Otto Scharmer im U.Lab kennengelernt. Ich habe sie an mir selbst und mit Kolleginnen und Kollegen getestet – mit erstaunlichen Resultaten. Seither setze ich sie im Coaching und in meinen Seminaren ein, wenn es passt.

Diese Übung führt uns an ein vorgestelltes Tor, und – nachdem wir dieses öffnen – zu einer Begegnung mit unserem zukünftigen Selbst. Diese Übung ermöglicht eine emotional-körperliche und visuelle Erfahrung, die wie eine Referenz auf dem Weg des Konkretisierens wirkt.

Sich eigene, möglichst herausfordernde Ziele bewusst zu machen und auf diese Weise zu verstärken, steigert die Chance sie zu erreichen enorm.

Wenn wir ein solches inneres Zielbild dann noch mit einem persönlichen WOFÜR in Einklang bringen, erschließen wir uns zusätzliche Ressourcen für den Weg zum Ziel.

Und der Termin?

Entscheiden Sie selbst, wieviel Stimulus Sie brauchen. Nach meiner Erfahrung überschätzen wir oft, was wir innerhalb eines Jahres erreichen können und wir unterschätzen drastisch, was innerhalb von fünf Jahren möglich ist.

Auf jeden Fall werden Sie den Unterschied bemerken, wenn Sie Ihren eigenen Kurs gesetzt haben.

Und das Beste: Sie müssen nicht alles allein tun. Organisieren Sie sich Unterstützung! Wenn es um das Greifen innerer Ziele geht, fragen Sie einen kompetenten Coach.