Team Story


29. August 2017

Ina Deicke

Verstehen Sie Teams? Haben Sie einen Blick dafür, wie Teams wirklich funktionieren? Welche offenen und verdeckten Rollen aktiv sind? Bis wohin es „läuft“ und ab wann es reibt? Und wissen Sie oder haben Sie ein Gespür dafür, was die versteckten Potenziale wirklich zum Einsatz bringen kann?

Ich habe in und mit vielen Teams in verschiedensten Branchen gearbeitet: Lehrerkollegien, soziale Berufe, IT, Führungsteams, operative Teams … Ich bin immer wieder neu erstaunt und fasziniert.  Welche Annahmen leiten Teams? Welche Geschichten liegen darunter? Inwieweit sind sie bewusst? Und wie können wir Team-Geschichten sichtbar werden lassen und so verändern, dass sie ermutigen, stärken, Energie entfachen und die Bewegung in eine positive Richtung lenken?

Das Verständnis der gemeinsamen Team Story wirkt wie ein Katalysator für erfolgreiches gemeinsames Arbeiten.

Dabei ist dieses gemeinsame Verständnis keinesfalls die Regel. Häufig agieren Menschen in Teams eher unbewusst. Sie lassen sich von Annahmen leiten: Annahmen davon wie man sein müsste, um ins Team zu passen, worauf Wert gelegt wird, welchen Zweck das Team erfüllen soll, was die eigene Rolle dabei sein kann.

Wenn sich die einzelnen persönlichen Annahmen widersprechen, bemerken sie, dass es irgendwie unrund läuft, aber kaum einer weiß weshalb. Solche Reibungsverluste können zu massivem Unbehagen, zu Abschottungsversuchen, Ermüden, Empfinden von Sinnlosigkeit führen … Gespräche im Team produzieren eher Frust als Klarheit. Eine Kultur der Schuldverdächtigungen oder -zuweisungen zieht ein. Von beflügelnder Zusammenarbeit fühlen sich die Team-Mitglieder weit entfernt.

Bisher habe ich in jedem Team Leute getroffen, die dann das Bedürfnis haben, mal Tacheles zu reden in der Hoffnung, dass es besser wird, wenn alle Probleme analysiert und mit Maßnahmenplan versehen sind.

Meine Erfahrung ist, dass die Chancen für positive Veränderung dadurch kaum steigen. Wieso? Mit Tachelesreden gehen oft Problemfokussierung und Kritik einher, und es wird beschrieben, was nicht sein soll.

Aber was genau soll stattdessen sein? Welches gemeinsame und attraktive Bild vom Team und vom gelingenden Zusammenarbeiten soll entstehen? Und wie?

Ich schaue anfänglich oft in skeptische Gesichter, wenn ich erkläre, warum ich den Fokus lieber auf Lösungen lege:

Wir verstärken das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten.

Das heißt ganz klar: Wenn wir uns auf Probleme fokussieren, schaffen wir mehr Probleme. Wenn wir uns auf Lösungen ausrichten, finden wir Lösungen. Wenn wir uns auf belebende Faktoren fokussieren – solche, die Vitalität, Kraft und Stärke geben – schaffen wir mehr Vitalität, Kreativität, …, bessere Lösungen.

Menschen und menschliche Systeme (z.B. Teams) tendieren dazu, sich zu dem Bild zu entwickeln, das sie sich von sich selbst machen. Wir Menschen konstruieren uns unsere Realität und werden dadurch zu dieser Realität. Aus dieser Sicht erscheint es mir relevant, dass sich Teams Zeit nehmen, um in ihre besten Zukunftsmöglichkeiten hinein zu lauschen. Die Team Story beschreibt solche positiven Bilder.

Eine gemeinsam entwickelte Team Story bringt Menschen einander näher, indem sie erzählt, woher das Team kommt, was den Menschen am Herzen liegt und welchem Ziel und Zweck, welcher Team Mission sie folgen. Das schafft nicht nur Verständnis für einander und Vertrauen, sondern Mitverantwortung und Orientierung für Jetzt und Morgen.

Fühlen Sie sich stolz und glücklich, wenn Sie an Ihr Team denken? Falls noch nicht, beginnen Sie mutig eine neue Team Story.